Digitale Visitenkarte auf der Messe: Kontakte am Stand erfassen und sauber nachfassen
eDigital Business Cards Redaktion · · · Messe & Networking

Messetage sind lang. Sie stehen viele Stunden am Stand, führen zahlreiche kurze Gespräche und treffen Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Am Abend liegt ein Stapel Karten auf dem Tresen, und niemand weiß mehr genau, wer was gefragt hat. Eine digitale Visitenkarte ändert diesen Ablauf. Sie teilen Ihre Kontaktdaten per Antippen, erfassen Interessenten sauber und fassen nach der Messe gezielt nach. Dieser Beitrag beschreibt den Aufbau am Stand, die Einwilligung für spätere E-Mails und einen Plan für die drei Tage danach. Grundlagen zum Kauf finden Sie im Ratgeber zum Kauf einer digitalen Visitenkarte.
Wie ein Messetag in der Praxis abläuft
Auf einer deutschen Fachmesse folgen Gespräche dicht aufeinander. Viele dauern nur wenige Minuten. Manche Besucher wissen genau, was sie suchen. Andere sammeln Eindrücke für ein Projekt im nächsten Jahr. Dazu kommen Gäste aus anderen Ländern, mit denen Sie Englisch sprechen.
Für diesen Ablauf braucht es einen Austausch, der schnell geht und trotzdem vollständig ist. Eine Papierkarte ist schnell überreicht, aber die Daten müssen später abgetippt werden. Ein Gespräch ohne Notiz ist am nächsten Morgen kaum noch zu unterscheiden. Eine digitale Visitenkarte löst beides: Ihr Gegenüber speichert Ihre Daten sofort, und Sie halten fest, worum es ging.
Für internationale Besucher lohnt es sich, die wichtigsten Angaben im Profil zweisprachig zu formulieren, zum Beispiel Ihre Leistungen auf Deutsch und Englisch. Das Profil zeigt genau den Text, den Sie eingeben.
Das Standteam einweisen
Besprechen Sie vor Messebeginn mit allen am Stand, wie der Austausch abläuft. Jede Person sollte die eigene Karte zeigen und erklären können, wie man sie antippt oder scannt. Vereinbaren Sie außerdem, wie Sie nach einem Gespräch kurz festhalten, worum es ging. Eine kurze Probe am Vorabend reicht meist aus.
Den Stand vorbereiten
Eine Karte pro Person
Geben Sie jeder Person am Stand eine eigene Karte mit eigenem Profil. So weiß jeder Besucher, mit wem er gesprochen hat, und Anfragen landen bei der richtigen Person. Eine gemeinsame Karte für den ganzen Stand macht die Nachbereitung unnötig schwer. Wie Sie Profile für ein ganzes Team einheitlich gestalten, beschreibt der Beitrag zu digitalen Visitenkarten für Unternehmen.
Ein QR-Code am Tresen
Nicht jeder Besucher spricht Sie an. Ein Aufsteller mit QR-Code am Tresen erreicht auch diejenigen, die nur kurz stehen bleiben. Ein kurzer Satz daneben erklärt, was passiert, etwa: „Scannen Sie den Code für unseren Katalog und unsere Kontaktdaten.“ Drucken Sie den Code groß genug und testen Sie ihn vor Messebeginn aus der Entfernung, aus der Besucher tatsächlich schauen.
Das Profil für die Messe anpassen
Ergänzen Sie vor der Messe Halle und Standnummer, die Neuheiten, die Sie zeigen, und einen Katalog oder ein Datenblatt als Dokument. Nach der Messe nehmen Sie diese Angaben wieder heraus. Weil Sie das Profil jederzeit ändern, müssen Sie dafür keine Karte neu drucken.
Die Karte testen
Probieren Sie jede Karte vor dem ersten Messetag mit einem iPhone und einem Android-Gerät aus, einmal per NFC und einmal per QR-Code. In einer Messehalle ist das Licht oft anders als im Büro. Ein kurzer Test erspart Ihnen unangenehme Momente vor Publikum. Wo die Antenne bei welchem Gerät sitzt, erklärt der Beitrag NFC-Visitenkarte mit iPhone und Android nutzen.
Interessenten am Stand erfassen
Ihre Daten weiterzugeben ist nur die halbe Arbeit. Mindestens ebenso wichtig ist, die Daten Ihres Gegenübers zu erhalten. Mit dem Tarif Business Add-ons können Besucher über die Kontakterfassung oder ein eigenes Formular in Ihrem Profil ihre Angaben hinterlassen. Die Daten landen in Ihrem Verwaltungsbereich und lassen sich im integrierten CRM weiterbearbeiten oder als CSV-Datei exportieren.
Halten Sie das Formular kurz. Name, Firma, E-Mail-Adresse und ein Auswahlfeld zum Interesse genügen meist. Den Formular-Baukasten stellen Sie aus Text-, E-Mail-, Telefon- und Auswahlfeldern zusammen.
Für spätere Werbe-E-Mails brauchen Sie eine Einwilligung. Fragen Sie diese getrennt ab, etwa mit einem eigenen Pflicht-Auswahlfeld „Neuigkeiten per E-Mail erhalten: Ja / Nein“, und stellen Sie keine Antwort vorab ein. Ergänzen Sie einen Satz, wofür Sie die Daten nutzen, und einen Verweis auf Ihre Datenschutzerklärung. So wissen Sie nach der Messe genau, wem Sie welche E-Mail schicken dürfen.
Nachfassen: was erlaubt ist
Eine persönliche Antwort auf das Gespräch am Stand ist in der Regel unproblematisch. Wenn jemand nach einem Angebot gefragt hat, schicken Sie es. Wenn Sie ein Datenblatt versprochen haben, senden Sie es.
Anders ist es bei Werbung. Nach § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb gilt Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung in der Regel als unzumutbare Belästigung. Für die Verarbeitung der Daten gilt zusätzlich die Datenschutz-Grundverordnung. Ein Newsletter an alle Messekontakte ist deshalb ohne Einwilligung keine gute Idee. Es gibt eine enge Ausnahme für bestehende Kundinnen und Kunden; lassen Sie sich im Zweifel beraten, bevor Sie sich darauf stützen.
Der Drei-Tage-Plan nach der Messe
Tag 1: sortieren
Sammeln Sie alle Kontakte an einer Stelle: Formulareingaben, Notizen und die Papierkarten, die Sie trotzdem bekommen haben. Mit dem Visitenkartenscanner aus Business Add-ons machen Sie aus Papierkarten Kontakte, statt sie abzutippen. Teilen Sie die Kontakte in drei Gruppen: dringend, interessiert und allgemein. Legen Sie für jeden Kontakt fest, wer sich meldet.
Tag 2: persönlich antworten
Schreiben Sie den dringenden Kontakten zuerst. Nennen Sie die Messe und das Gespräch, schicken Sie, was Sie versprochen haben, und schlagen Sie einen konkreten nächsten Schritt vor. Kurze, persönliche E-Mails wirken besser als lange Rundschreiben.
Tag 3: nachtragen und planen
Antworten Sie den interessierten Kontakten mit einer kürzeren Nachricht. Tragen Sie alle Kontakte mit Notiz und Wiedervorlage ins CRM ein. Wer in die Werbung eingewilligt hat, kommt in den Verteiler, alle anderen nicht.
Drei Wege im Vergleich
| Methode | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Papierkarte | Vertraut, schnell überreicht | Daten müssen abgetippt werden, nicht aktuell zu halten |
| Badge-Scanner des Veranstalters | Erfasst Registrierungsdaten mit einem Scan | Meist pro Messe gebucht, Besucher erhält Ihre Daten nicht |
| Digitale Visitenkarte | Beide Seiten tauschen Daten, Profil bleibt aktuell | Besucher muss antippen oder scannen und das Formular ausfüllen |
Viele Aussteller kombinieren die Wege. Ausführlich vergleicht das unser englischsprachiger Leitfaden für Aussteller.
Material und Tarif für den Messestand
Für das Standteam eignet sich PVC, weil die Karten leicht sind und für alle gleich aussehen. Wer einen Handwerksbetrieb auf einer Verbrauchermesse vertritt, findet Hinweise im Beitrag zur digitalen Visitenkarte für Handwerker. Für das Erfassen von Interessenten, Formulare, den Visitenkartenscanner und das CRM brauchen Sie Business Add-ons. Beide Tarife sind Einmalzahlungen. Im deutschen Shop nennen wir Preise auf Anfrage.
Nach der Messe: das Profil zurücksetzen
Wenn die Messe vorbei ist, sollte Ihr Profil nicht weiter Halle und Standnummer zeigen. Nehmen Sie die Messeangaben in der ersten Woche danach heraus und ersetzen Sie sie durch einen Hinweis auf die nächste Veranstaltung oder auf Ihre Neuheiten. Sehen Sie sich in den Analysen Ihres Profils an, wie oft es während der Messetage aufgerufen wurde und welche Links geklickt wurden. Analysen gehören zu jedem kostenpflichtigen Tarif. Sie zeigen Ihnen, welche Dokumente gefragt waren und was Sie beim nächsten Mal weiter nach oben stellen.
Häufige Fehler am Stand
Ein häufiger Fehler ist ein QR-Code, der zu klein gedruckt ist oder hinter einem Prospektständer verschwindet. Ein zweiter ist ein Formular mit zu vielen Pflichtfeldern, das am Stand niemand ausfüllt. Ein dritter ist eine Einwilligung, die mit der Anfrage vermischt wird, sodass Sie später nicht wissen, wem Sie schreiben dürfen. Ein vierter ist eine Karte, die nur eine Person im Team hat, während alle anderen Papier verteilen. Und schließlich fehlt oft eine klare Zuständigkeit für die Nachbereitung. Legen Sie vor der Messe fest, wer die Kontakte am Abend jedes Tages sortiert.
Notizen zum Gespräch
Schreiben Sie direkt nach jedem längeren Gespräch eine kurze Notiz: Wer war es, worum ging es, was haben Sie versprochen, und wann melden Sie sich. Drei bis vier Stichworte genügen. Ohne diese Notiz verwechseln Sie am Abend leicht zwei Gespräche mit ähnlichen Themen. Wer das CRM aus Business Add-ons nutzt, trägt die Notiz gleich beim Kontakt ein.
Häufige Fragen
Wie viele Karten brauche ich für den Messestand?
Eine Karte pro Person am Stand. So weiß jeder Besucher, mit wem er gesprochen hat, und Anfragen landen bei der richtigen Person.
Darf ich Messekontakten einen Newsletter schicken?
Nur mit ihrer Einwilligung. Werbung per E-Mail ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung gilt nach § 7 UWG in der Regel als unzumutbare Belästigung. Eine persönliche Antwort auf das Gespräch ist dagegen meist unproblematisch.
Wie frage ich die Einwilligung im Formular ab?
Mit einem eigenen Pflicht-Auswahlfeld, zum Beispiel „Neuigkeiten per E-Mail erhalten: Ja / Nein“, ohne vorab eingestellte Antwort. Erklären Sie in einem Satz, wofür Sie die Daten nutzen.
Was mache ich mit Papierkarten, die ich trotzdem bekomme?
Mit dem Visitenkartenscanner aus Business Add-ons speichern Sie sie als Kontakte. Erledigen Sie das am ersten Tag nach der Messe.
Funktioniert die Karte auch bei ausländischen Besuchern?
Ja. Das Profil öffnet sich auf jedem gängigen Smartphone im Browser, ohne App. Formulieren Sie die wichtigsten Angaben zweisprachig.
Brauche ich zusätzlich den Badge-Scanner des Veranstalters?
Das hängt von der Messe und Ihren Zielen ab. Viele Aussteller nutzen beides: den Scanner für die Registrierungsdaten und die Karte, damit Besucher Ihre Daten mitnehmen.
Nächster Schritt
Planen Sie die Karten für Ihr Standteam rechtzeitig vor der Messe und richten Sie das Formular mit getrennter Einwilligung ein. Die NFC-Visitenkarte für Ihr Messeteam finden Sie auf der Produktseite, dort fordern Sie auch ein Angebot an. Weitere Beiträge finden Sie im Ratgeber-Bereich.