Digitale Visitenkarte für Ärzte und Praxen: sachlich informieren, Termine erleichtern

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Digitale Visitenkarte für Ärzte und Praxen: sachlich informieren, Termine erleichtern

In einer Arztpraxis wird viel nach Kontaktdaten gefragt: am Empfang, bei Überweisungen, auf Fortbildungen. Gleichzeitig gelten für Ärztinnen und Ärzte strengere Regeln für die Außendarstellung als für andere Berufe. Eine digitale Visitenkarte kann beides verbinden. Sie informiert sachlich über die Praxis und erleichtert Patientinnen und Patienten den Weg zum Termin. Dieser Beitrag zeigt, wofür Praxen eine digitale Visitenkarte nutzen, was ins Profil gehört und wo Sie vorsichtig sein sollten. Die allgemeinen Kaufkriterien finden Sie im Ratgeber zum Kauf einer digitalen Visitenkarte.

Wofür Praxen eine digitale Visitenkarte nutzen

Am Empfang

Viele Patientinnen fragen nach der Telefonnummer, den Sprechzeiten oder dem Weg zur Praxis. Ein kleiner Aufsteller mit QR-Code am Empfang beantwortet diese Fragen auf einen Blick. Wer den Code scannt, speichert die Praxis im Adressbuch und findet die Sprechzeiten später wieder. Das entlastet das Telefon, gerade in den Stunden, in denen ohnehin viel los ist.

Bei Überweisungen

Wenn Sie Patientinnen an eine Kollegin überweisen oder selbst Überweisungen erhalten, hilft ein vollständiges Profil allen Beteiligten. Die Praxis, an die überwiesen wird, ist mit Anschrift, Telefon, Fachrichtung und Anfahrt sofort auffindbar. Eine Karte oder ein QR-Code auf dem Überweisungsschein im Praxisdesign kann diesen Weg verkürzen.

Auf Fortbildungen und Kongressen

Auf Fachveranstaltungen tauschen Ärztinnen und Ärzte Kontaktdaten mit Kolleginnen, Kliniken und Partnern aus. Hier geht es nicht um Patientenwerbung, sondern um den fachlichen Austausch. Eine Karte mit NFC-Chip und QR-Code macht den Austausch schneller, und Ihre Daten bleiben aktuell, wenn Sie die Praxis wechseln oder eine neue Durchwahl bekommen.

Was ins Profil einer Praxis gehört

Ein Praxisprofil sollte nüchtern, vollständig und leicht lesbar sein. Diese Inhalte haben sich bewährt.

Praxisangaben

Name der Praxis, Namen der Ärztinnen und Ärzte mit ihrer Facharztbezeichnung, Anschrift, Telefonnummer und, falls vorhanden, eine Faxnummer für Befunde. Nennen Sie auch, ob die Praxis barrierefrei erreichbar ist, wenn das zutrifft.

Sprechzeiten

Die Sprechzeiten gehören weit nach oben. Schreiben Sie dazu, wann telefonische Rückfragen möglich sind und wie die Vertretung im Urlaub geregelt ist. Weil Sie das Profil jederzeit ändern können, bleiben diese Angaben aktuell, ohne dass Sie Karten neu drucken.

Termine

Wenn Sie Termine online vergeben, gibt es zwei Wege. Mit dem Tarif Business Add-ons können Patientinnen über das Werkzeug „Terminbuchung“ direkt im Profil einen Termin anfragen. Nutzt Ihre Praxis bereits ein eigenes Terminsystem, setzen Sie stattdessen einen Link zu diesem System. Das geht in jedem kostenpflichtigen Tarif.

Anfahrt

Mit der Standortkarte im Profil sehen Patientinnen, wo die Praxis liegt. Ergänzen Sie Hinweise zu Parkplätzen, zur nächsten Haltestelle und zum Eingang, wenn er schwer zu finden ist.

Dokumente

Merkblätter vor einer Untersuchung, ein Anamnesebogen zum Ausdrucken oder Hinweise zur Vorbereitung lassen sich als PDF im Profil hinterlegen. Dokumente gehören zum Tarif Brand Presence.

Berufsrecht: sachlich informieren

Für Ärztinnen und Ärzte gilt die ärztliche Berufsordnung. Die Musterberufsordnung der Bundesärztekammer regelt in § 27 die erlaubte Information und die berufswidrige Werbung. Verbindlich sind die Berufsordnungen der jeweiligen Landesärztekammer, die diese Regeln umsetzen. Sie erlauben in der Regel sachliche, berufsbezogene Informationen. Untersagt ist dagegen Werbung, die anpreisend, irreführend oder vergleichend ist.

Hinzu kommt das Heilmittelwerbegesetz. Es schränkt Werbung für Behandlungen und Verfahren ein. Insbesondere Erfahrungsberichte, Äußerungen Dritter oder Darstellungen von Behandlungsergebnissen können problematisch sein. Verzichten Sie deshalb im Profil auf Kundenstimmen zu Behandlungen und auf Vorher-nachher-Bilder. Ähnlich strenge Regeln für eine sachliche Außendarstellung gelten für Anwältinnen und Anwälte, wie der Beitrag zur digitalen Visitenkarte für Kanzleien zeigt.

Für die Praxis bedeutet das: Ein Profil mit Praxisangaben, Sprechzeiten, Fachrichtung, Leistungsspektrum in sachlicher Form und Anfahrt ist in aller Regel unproblematisch. Bei allem, was darüber hinausgeht, fragen Sie Ihre Landesärztekammer oder lassen Sie sich im Zweifel beraten.

Karte, Aufsteller oder Ausdruck?

Nicht jede Praxis braucht für jede Person eine NFC-Karte. Am Empfang wirkt ein schlichter Aufsteller mit QR-Code oft besser, weil Patientinnen ihn im Vorbeigehen scannen. Auf Terminzetteln, Merkblättern und dem Praxisschild genügt ein gedruckter Code. Eine Karte mit NFC-Chip lohnt sich vor allem für Ärztinnen und Ärzte, die auf Fortbildungen, in Kliniken oder bei Kooperationspartnern Kontakte knüpfen. Alle Wege führen zum selben Profil, sodass Sie Änderungen nur an einer Stelle vornehmen.

Inhalte im Überblick

InhaltGeeignetVorsicht
Praxisname, Ärztinnen und Ärzte, FacharztbezeichnungJa, sachliche PflichtinformationNur tatsächlich erworbene Bezeichnungen nennen
Sprechzeiten und telefonische ErreichbarkeitJa, sehr hilfreichUrlaubs- und Vertretungszeiten aktuell halten
Terminlink oder TerminbuchungJaKeine Gesundheitsangaben im Buchungsformular abfragen
LeistungsspektrumJa, in sachlicher FormKeine Heilversprechen, keine anpreisenden Formulierungen
Kundenstimmen zu BehandlungenEher nichtHeilmittelwerbegesetz und Berufsordnung beachten
Vorher-nachher-BilderEher nichtKönnen unzulässig sein, im Zweifel weglassen
Anfahrt und BarrierefreiheitJaNur angeben, was zutrifft

Datenschutz: keine Gesundheitsdaten im Kontaktformular

Gesundheitsdaten gehören zu den besonders geschützten Daten nach der Datenschutz-Grundverordnung. Ein Kontaktformular auf einem Profil ist dafür der falsche Ort. Wenn Sie über Business Add-ons ein Formular oder eine Terminbuchung nutzen, fragen Sie nur ab, was Sie für die Verwaltung brauchen: Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und den gewünschten Zeitraum.

Schreiben Sie direkt über das Formular einen deutlichen Hinweis, zum Beispiel: „Bitte schreiben Sie hier keine Beschwerden, Befunde oder Diagnosen. Wir melden uns, um alles Weitere persönlich zu besprechen.“ Ergänzen Sie einen Verweis auf die Datenschutzerklärung Ihrer Praxis.

Wie Sie als Profilinhaber mit Kontaktdaten umgehen, erklärt der Beitrag zur digitalen Visitenkarte und DSGVO. Welche Anbieterangaben ein Praxisprofil braucht, beschreibt der Beitrag zum Impressum auf der digitalen Visitenkarte. Für Ärztinnen und Ärzte gehören dazu in der Regel auch die zuständige Kammer und die gesetzliche Berufsbezeichnung.

Ein Profil für das Praxisteam

Medizinische Fachangestellte am Empfang, angestellte Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung und die Praxisleitung haben unterschiedliche Aufgaben. Überlegen Sie, wer eine eigene Karte braucht. Für die meisten Praxen genügt ein gemeinsames Profil der Praxis, das am Empfang und auf allen Unterlagen verwendet wird. Ärztinnen und Ärzte, die regelmäßig auf Fortbildungen sprechen oder mit Kliniken zusammenarbeiten, erhalten zusätzlich ein persönliches Profil mit ihrer Facharztbezeichnung.

Wechselt eine Ärztin die Praxis, ändern Sie ihr persönliches Profil oder führen es auf die Praxisdaten zurück. Die Karten in Umlauf zeigen dann weiter auf eine erreichbare Stelle.

Patientinnen mit anderer Muttersprache

Viele Praxen behandeln Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen. Ein Profil kann hier helfen, wenn Sie die wichtigsten Hinweise zusätzlich in einer zweiten Sprache formulieren: Sprechzeiten, Anfahrt und der Weg zum Termin. Nennen Sie auch, welche Sprachen im Praxisteam gesprochen werden, wenn das zutrifft. Das Profil zeigt genau den Text, den Sie eingeben. Prüfen Sie Übersetzungen sorgfältig, damit keine missverständlichen Angaben entstehen.

Typische Fehler auf Praxisprofilen

Ein häufiger Fehler sind veraltete Sprechzeiten, etwa nach einer Umstellung zum Quartalsbeginn. Ein zweiter ist ein Kontaktformular mit einem offenen Feld „Ihr Anliegen“, in das Patientinnen dann Beschwerden und Befunde schreiben. Ersetzen Sie dieses Feld durch ein Auswahlfeld mit Verwaltungsthemen wie Rezeptbestellung, Terminwunsch oder Überweisung. Ein dritter Fehler sind werbende Formulierungen, die über eine sachliche Information hinausgehen. Lesen Sie Ihr Profil vor dem Druck der Karten noch einmal mit dem Blick einer Patientin und mit dem Blick Ihrer Kammer.

Material und Tarif für die Praxis

Für Praxisteams eignet sich in der Regel PVC. Die Karte ist leicht, sieht für alle gleich aus und lässt sich für neue Mitarbeitende nachbestellen. Für den Empfang genügt oft ein ausgedruckter QR-Code in einem schlichten Aufsteller.

Beim Tarif reicht für ein informierendes Profil mit Sprechzeiten, Dokumenten, Standortkarte und Analysen in der Regel Brand Presence. Wer Termine direkt über das Profil anfragen lassen möchte, wählt Business Add-ons. Beide Tarife sind Einmalzahlungen. Im deutschen Shop nennen wir Preise auf Anfrage.

Häufige Fragen

Darf eine Arztpraxis eine digitale Visitenkarte nutzen?

In der Regel ja, solange das Profil sachlich und berufsbezogen informiert. Maßgeblich ist die Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer. Lassen Sie sich im Zweifel dort beraten.

Kann ich Patientenstimmen in das Profil aufnehmen?

Davon raten wir ab. Das Heilmittelwerbegesetz und die Berufsordnung schränken Erfahrungsberichte zu Behandlungen ein. Verzichten Sie im Zweifel darauf.

Wie können Patientinnen über das Profil Termine anfragen?

Mit dem Tarif Business Add-ons nutzen Sie die Terminbuchung direkt im Profil. Haben Sie bereits ein eigenes Terminsystem, setzen Sie einen Link dorthin.

Welche Daten darf das Kontaktformular abfragen?

Nur, was Sie für die Verwaltung brauchen, also Name, Kontaktweg und gewünschten Zeitraum. Fragen Sie keine Beschwerden oder Befunde ab und weisen Sie im Formular darauf hin.

Braucht das Profil einer Praxis ein Impressum?

Wenn Sie das Profil geschäftlich nutzen, ist eine Anbieterkennzeichnung in der Regel nötig. Für Ärztinnen und Ärzte gehören meist auch Kammer und Berufsbezeichnung dazu.

Muss die Praxis eine App einführen?

Nein. Das Profil öffnet sich im Browser, nach dem Antippen der Karte oder dem Scannen des QR-Codes. Weder das Praxisteam noch die Patientinnen brauchen eine App.

Nächster Schritt

Sammeln Sie Sprechzeiten, Anfahrtshinweise und Merkblätter und prüfen Sie, welche Inhalte Ihre Berufsordnung zulässt. Sehen Sie sich danach die digitale Visitenkarte für Ärzte und Praxen an und fordern Sie dort ein Angebot an. Weitere Beiträge finden Sie im Ratgeber-Bereich.

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